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(Über)leben auf der Hütte
Am Sonntag, den 6. Februar starteten wir nach der Feier der Messe gemeinsam nach Flattnitz in Kärnten. Wir - das waren 10 Jugendliche der Jugendgruppe, Kaplan Giovanni, Wolfgang, Elisabeth und ich (Ralf). Viele von uns hatten das Schlimmste befürchtet: Wie solle das Leben ohne Handyempfang und Steckdosen funktionieren? Doch es kam anfangs noch schlimmer. Wir hatten weder Fließwasser noch elektrisches Licht zur Verfügung. Die Wasserleitungen waren eingefroren, die Akkus des Solarstromnetzes kaputt und der Dieselgenerator funktionierte auch nicht.
Als wir angekommen sind, mussten wir alle Öfen der Hütte einheizen um zumindest Plusgrade in Schlafräume und Küche/Esszimmer zu bringen. Zum Glück gab es in der näheren Umgebung eine Quelle, aus der wir Wasser zum Kochen, Trinken und zur Körperpflege holen konnten. Der Weg zur Quelle mehrmals täglich machte uns genau soviel Spaß wie das Holzhacken. Mit einem guten Abendessen und anschließender Rodeljagd (drei Teams mussten ihre im Gelände versteckten Rodeln suchen und zur Hütte bringen) endete unser erster Tag in Flattnitz.
Wir hatten Glück, denn ein Schilift war direkt vor unserer Hütte. So mussten wir nur unsere Schier/Boards anschnallen und es ging ab auf die Piste. Das Wetter war sonnig und somit perfekt um alle Pisten zu erkunden. Auch der Zustand der Pisten war sehr gut. Anfangs gab es noch einige Unsicherheiten auf den Schiern, doch es gab nur einzelne kleinere Stürze ohne Knochenbrüche. Am Abend standen ein paar lustige Spiele bei Kerzenschein (wir hatten immer noch keinen Strom) am Programm. Das Waschprogramm beschränkte sich nur auf das Notwendigste wie Zähneputzen und eine Katzenwäsche mit dem Waschlappen, was dem Geruch im Zimmer der Burschen nicht sehr wohl bekommen ist.
Doch das Leben ohne Strom und Wasser war nicht so schlimm wie befürchtet. Im Gegenteil: es hat ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl in die Gruppe gebracht. Jeder hatte seine Aufgaben ernst genommen und ohne zu Jammern gemacht. Am zweiten Tag auf der Piste wurde das Gefühl auf den Schiern immer besser. Das wurde durch deutlich weniger Stürze bemerkbar. An unserem letzten Abend in unserer Hütte bescherte uns der Haustechniker, ein richtiger Urkärntner mit Jägerhut am Kopf und Pfeife im Mund, wieder (warmes) Fließwasser und Strom durch den Dieselgenerator. Am Abend feierten wir eine wunderschöne Hl.Messe. Für viele Jugendliche war das Feiern der Hl. Messe außerhalb der Kirche eine besondere Erfahrung. Anschließend gab es Abendessen und ein spannendes Spiel im Freien, welches etwas Geduld und Taktik erforderte. Nach dem Spielen im Freien lief erstmals die Dusche auf Hochbetrieb. Eine kleine Gruppe machte noch einen Nachtspaziergang und der letzte Abend ging vorüber. Etwas überraschend waren einige der Burschen: sie wollten jeden Abend schon ab acht Uhr abends schlafen gehen. Und nach dem Abendgebet um ca. 21 Uhr waren sie nur noch schlafend im Bett anzutreffen. Der letzte Tag auf der Piste war sehr sonnig und wurde noch ausgenutzt um die schwarze Piste zu bezwingen. Dies führte dazu, dass man plötzlich Jugendliche aus St. Benedikt am Bauch vorbei rutschen sehen konnte und Schibrettln auf der Piste lagen. Doch Schlussendlich hat jeder die schwierige Abfahrt geschafft.
Nach dem Schi fahren ging es ab nach Wien. Einen besonderen Dank möchten wir Wolfgang und Elisabeth Rinaldin (einem Ehepaar aus der Pfarre) ausdrücken da sie vor, während und nach dem Schi fahren für unser leibliches Wohl sorgten und uns mit dem (Über)Leben in der Hütte sehr halfen. Ralf Hartnig |